Bleiben Sie noch einen Moment liegen: Sechs Minuten können viel für Ihre Intimität bewirken ❤️
Von Simone von Happytoys
Manchmal ist es verlockend, nach einem intimen Moment sofort wieder zur Tagesordnung überzugehen. Zum Handy greifen, ins Badezimmer gehen, schlafen oder noch schnell etwas erledigen. Doch gerade die Minuten vor und nach der Intimität können unglaublich wertvoll für euer Gefühl der Verbundenheit sein.
Untersuchungen zur Intimität zeigen, dass sich Zeit für Kuscheln, Küssen, Berührungen und Gespräche positiv auf die Zufriedenheit mit dem Sex und der Beziehung auswirkt. Eine häufig zitierte Studie unter jungen kanadischen Erwachsenen nannte sogar eine auffällige Zahl: sechs Minuten.
Aber lasst euch nicht auf diese sechs Minuten festnageln. Es geht nicht um eine Stoppuhr. Es geht um Aufmerksamkeit füreinander.
Woher kommt die Sechs-Minuten-Regel?
Die sogenannte Sechs-Minuten-Regel stammt aus einer kanadischen Umfrage, die in Zusammenarbeit mit der Sexualtherapeutin Robin Milhausen von der University of Guelph durchgeführt wurde. Etwa 1.500 Kanadier im Alter zwischen 18 und 24 Jahren wurden nach ihrem Intimleben und der Zeit gefragt, die sie mit Küssen, Kuscheln und Berührungen vor und nach dem Sex verbrachten.
Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass Menschen, die sechs Minuten oder länger Zuneigung vorab schenkten, häufiger angaben, sehr zufrieden zu sein.
Auch nach der Intimität erwies sich Aufmerksamkeit als wichtig. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer gab an, dass Kuscheln danach ihre Zufriedenheit steigerte.
Sechs Minuten sind keine magische Grenze
Hier möchte ich eine wichtige Nuance anfügen.
Es handelte sich um eine kommerzielle Umfrage unter jungen Erwachsenen, und die Ergebnisse wurden nicht in der gleichen Weise wissenschaftlich untersucht wie eine Peer-Review-Studie. Deshalb würde ich sechs Minuten eher als eine schöne Richtlinie und Anregung, bewusst mehr Zeit füreinander zu nehmen, betrachten, nicht als eine bewiesene medizinische oder beziehungstechnische Grenze.
Und eigentlich finde ich das sogar noch viel schöner. Ihr müsst überhaupt keine Stoppuhr neben euer Bett legen. 😉
Was sagt andere Forschung über das Kuscheln nach der Intimität?
Es gibt auch fundiertere wissenschaftliche Untersuchungen darüber, was nach dem Sex passiert.
2014 veröffentlichten Amy Muise und Kollegen eine Studie in den Archives of Sexual Behavior. Sie untersuchten unter anderem, wie Zuneigung nach dem Sex mit der sexuellen und partnerschaftlichen Zufriedenheit bei Menschen in einer festen Beziehung zusammenhängt.
Zunächst füllten 335 Menschen einen Fragebogen aus. Danach begleiteten die Forscher 101 Paare über drei Wochen hinweg. Die Teilnehmer hielten täglich fest, wie lange und wie angenehm ihre Zuneigung nach dem Sex war.
Mehr Zeit füreinander hing mit mehr Zufriedenheit zusammen
Die Teilnehmer verbrachten im Durchschnitt etwa eine Viertelstunde mit Kuscheln, Küssen, Reden und anderen Formen der Zuneigung nach dem Sex.
Was besonders interessant war: Mehr und angenehmere Zuneigung nach dem Sex hing mit mehr sexueller Zufriedenheit sowie einer höheren Zufriedenheit mit der Beziehung zusammen.
Auch einige Monate später waren Paare, die sich im Rahmen der Studie mehr Zeit füreinander genommen hatten, im Durchschnitt zufriedener mit ihrer Beziehung.
Es ging also nicht einfach darum, wie oft die Menschen Sex hatten. Was rund um die Intimität passierte, erwies sich ebenfalls als wichtig.
Warum kann es so schön sein, zusammen liegen zu bleiben?
Nach der Intimität sind viele Menschen entspannt und verletzlich. Einen Moment lang eng beieinander zu bleiben, kann dann ein Gefühl von Sicherheit und Verbundenheit geben.
Ein Arm um den anderen, ein Kuss, gemeinsames Lachen oder einfach ruhig nebeneinander zu liegen, kann eine sehr einfache Art sein zu sagen:
„Ich bin noch da. Dieser Moment war für mich auch wichtig.“
Intimität ist mehr als Sex
Wenn wir über Sexualität sprechen, liegt die Aufmerksamkeit oft auf dem sexuellen Moment selbst.
Doch Intimität besteht aus viel mehr:
- gemeinsames Kuscheln;
- Küssen;
- sich berühren;
- liebe Worte sagen;
- Blickkontakt;
- gemeinsames Lachen;
- darüber sprechen, was ihr schön fandet;
- ruhig aneinandergekuschelt liegen.
Gerade diese kleinen Momente können eine Beziehung besonders machen.
Und wie steht es um den sogenannten „Afterglow“?
Untersuchungen unter frisch verheirateten Paaren haben die Idee eines sexuellen Afterglows beleuchtet: eine Zeitspanne, in der die positiven Gefühle der Intimität noch einige Zeit nachwirken können.
Die Forscher Meltzer und Kollegen fanden 2017 heraus, dass die sexuelle Zufriedenheit nach dem Sex noch bis zu etwa 48 Stunden nachwirken konnte. Paare, bei denen dieses positive „Nachglühen“ stärker war, berichteten später auch von einer höheren Zufriedenheit mit ihrer Ehe.
Schafft deshalb Raum für den Moment nach der Intimität
Vielleicht ist das meine wichtigste Botschaft aus all diesen Untersuchungen.
Wir sind oft unglaublich auf den Moment selbst fokussiert. Aber warum sollten wir danach sofort wieder aufstehen?
Bleibt einfach noch einen Moment liegen.
Redet.
Lacht.
Kuschelt.
Oder sagt gar nichts.
Auch vor der Intimität ist Zeit wichtig
Natürlich beginnt Intimität nicht erst, wenn ihr im Bett liegt.
Für viele Menschen braucht es Zeit, um sich zu entspannen und wirklich in Stimmung zu kommen. Küssen, Berührungen, eine Massage oder einfach gemeinsam Zeit zu verbringen, kann helfen, den Übergang von der Hektik des Alltags zur Intimität sanfter zu gestalten.
Lasst die Hektik draußen vor der Schlafzimmertür
Handys, Arbeit, Kinder, Einkäufe und Haushaltsaufgaben können alle beeinflussen, wie entspannt ihr euch fühlt.
Deshalb kann es manchmal helfen, bewusst einen Moment für euch zu schaffen.
Nicht, weil man es muss.
Sondern weil ihr euch diese Aufmerksamkeit gegenseitig wert seid.
Fünf einfache Möglichkeiten, mehr Zeit füreinander zu finden
1. Legt euer Handy weg
Legt euer Handy außer Reichweite, bevor ihr ins Bett geht.
Nichts ist so schade, wie einen schönen Moment zu unterbrechen, weil plötzlich eine WhatsApp-Nachricht eingeht.
2. Beginnt etwas ruhiger
Nehmt euch Zeit zum Küssen, Kuscheln und Berühren, bevor ihr weitermacht.
Es muss kein bestimmtes Ziel dabei verfolgt werden.
3. Bleibt danach noch kurz liegen
Das ist vielleicht der einfachste Tipp.
Ihr müsst nichts tun. Einfach liegen bleiben und die Anwesenheit des anderen genießen.
4. Fragt, was der andere als angenehm empfindet
Die eine Person liebt es, danach ausgiebig zu reden, während die andere vielleicht lieber ruhig angekuschelt an den Partner liegt.
Sprecht darüber zu einem Zeitpunkt, an dem ihr nicht mitten in der Intimität steckt.
5. Vergesst die Stoppuhr
Sechs Minuten sind kein Auftrag.
Vielleicht sind fünf Minuten für euch herrlich. Vielleicht bleibt ihr eine halbe Stunde liegen. Vielleicht möchtet ihr danach lieber zusammen duschen oder eine Tasse Tee trinken.
Es geht um die Aufmerksamkeit, nicht um die Zeit.
Intimität in einem hektischen Leben pflegen
Besonders wenn ihr zusammenwohnt, Kinder habt oder beide viel zu tun habt, kann Intimität leicht in den Hintergrund geraten.
Ihr liebt euch, aber gleichzeitig muss so viel erledigt werden.
Genau deshalb können kleine Momente enorm wertvoll sein.
Ein Kuss, bevor du zur Arbeit gehst. Ein kurzes Ankuscheln auf der Couch. Eine Umarmung in der Küche. Oder nach einem intimen Moment nicht sofort wieder getrennte Wege gehen.
Kleine Momente machen zusammen einen großen Unterschied
Das finde ich an diesem Thema vielleicht am schönsten.
Ihr müsst euch nicht immer etwas Neues ausdenken.
Ihr müsst keine perfekte Beziehung haben.
Und ihr müsst definitiv keine Stoppuhr neben euer Bett legen.
Manchmal ist das Einzige, was nötig ist: etwas länger liegen zu bleiben.
Mein Tipp als Simone von Happytoys ❤️
Bei Happytoys sagen wir gerne:
„Lieber Happy als Easy.“
Und das gilt meiner Meinung nach auch für die Intimität.
Die einfachste Option ist manchmal, sofort zum Alltag überzugehen. Aber vielleicht ist es gerade schöner, sich bewusst für diesen kleinen zusätzlichen Moment zusammen zu entscheiden.
Also, das nächste Mal, wenn ihr gemeinsam intim wart?
Bleibt noch einen Moment liegen.
Legt das Handy weg. Legt den Arm umeinander. Gebt euch einen Kuss. Sagt etwas Nettes. Oder genießt einfach gemeinsam die Stille.
Denn am Ende geht es bei guter Intimität nicht nur um das, was während des Sex passiert.
Es geht auch darum, wie ihr euch füreinander fühlt: davor, währenddessen und danach. ❤️
Alles Liebe,
Simone von Happytoys
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